Archiv der Kategorie: Gedichte

Ein Weihnachtsbaum im Februar

Ein Weihnachtsbaum im Februar –

warum denn eigentlich nicht ?

Weil er erfreut uns immer noch

mit seinem warmen Licht .

Das Weihnachtsfest ist längst vorbei

und Schnee ist auch nicht da ;

doch wir haben noch ’nen Weihnachtsbaum

und freuen uns – Hurra !

Die Leute sagen : „Ihr seid blöd ,

wer hat denn den noch steh’n ? “

Wir haben ihn und freuen uns ,

denn unser Baum ist schön !

Er ist so grad‘ gewachsen und

und golden schön geschmückt ,

und jedes Mal beim Anschau’n

sind wir auf’s neu beglückt .

Oft denke ich : „Nun muss er aber raus .“

Doch meine Kinder sagen mir :

„Ach , lass ihn doch im Haus ,

er rieselt doch fast nicht !“

Ein Weihnachtsbaum im Februar –

warum denn eigentlich nicht ?

 ©Waltraud Berndt
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Jedes Imperium muss fallen

Ich werd eins mit dem Chaos um die Ordung zu erkennen
Ich werd eins mit dem Schmerz Ja Ich fühl dieses brennen
Ich werd eins mit der Dunkelheit werd eins mit dem Licht
Bin ein friedvoller Krieger Ich trag Narben im Gesicht
Der Ballast der Gedanken der Ballast der Welt
Der Ballast des lebens auf alle Schultern verteilt
Du hälst Dich für ein Opfer Junge Du hast falsch gedacht
Du bist der Täter..weil Du dich zum Opfer machst..
Du bist ein König..wenn Du Könige erschaffst…
Um ein König zu sein hab  Ich endlos gedacht
Um den Verstand zu verliern hab Ich endlos gedacht
Dieses Chaos in meim Kopf hat mir Frieden gebracht
Ich Bin ein Diener…den zu dienen ist genug
Ich geb euch meinen Wahnsinn Ich geb euch meine Wut
Ihr habt Angst…Um Eure Macht euer Geld…
Glaubt mir….wir sind zu viele Babylon fällt
Die Veränderung in mir die verändert die Welt
Glaubt mir…wir sind zu viele Babylon fällt
Kein Held…Die Dunkelheit ist Teil jeder Seele
Boom Boom…mein Herzschlag pumpt Wut durch die Venen
Ignoranz ist der Gegner das Erkennen die Pflicht
Harmonie ist die Lösung zwischen Dunkel und Licht
Unter gesichtslosen Menschen tragen wir ein Gesicht
Ich muss nicht richten..meine Worte ham genug Gewicht
Hell und Dunkel..der Kampf wütet seit Anbeginn der Zeit
zwei Seiten eines Ganzen zwischen Reichtum und Leid
Viele Wege in dem Kampf gegen den endlosen Schmerz
Drei Waffen..die Rede ist von Körper Geist und Herz
Ihr seid Böse…weil euch das Gleichgewicht  fehlt
Ihr seid immer noch Sklaven…weil Ihr nach Kontrolle strebt
doch gebt acht…hört meine Worte erschallen
Jedes Imperium muss fallen
Yannick Wacker -(verantwortlicher Autor für die Gestaltung, Ausführung und Inhalt dieser Dichtung)

The song of beeing not enough

The song of being not enough

 

I never was able

to drink a man under the table.

 

This is the song of being not enough.

 

When I was a young girl

My family used to say:

You should better keep your mouth shut,

the milk will become sour,

when you are singing.

Shut up, you are so stupid.

 

So I stopped singing and talking.

 

I never was able

To drink a man under the table.

 

When I had grown up

I joined a group of revolutionary students.

What did I hear?

You are not sexy enough –

Your are not intelligent enough.

You haven’t read enough books.

You don’t read the right books.

You should read the books of Lenin

Not the books of Trotzki.

Why are you so angry?

You should be more friendly.

 

So I read more books,

I read the right books,

I read Lenin and I was bored.

I became friendly.

 

I never was able

To drink a man under the table.

 

I left this group

Because I was not good enough

And joined a feminist group.

What did I hear?

You are too intellectual –

Follow your emotions.

You are too sexy

You are too fancy –

Show your mind, not your body.

Your are too friendly –

Be more aggressive against men.

 

 

So I became more aggressive,

I hid my body under wide clothes

I threw my make up in the waste basket

I joined awareness groups

for women only.

 

I never was able

to drink a man under the table.

 

 

I was angry and friendly,

sexy and hidden

stupid and intellectual

I had the right and the wrong attitude

I had every attitude and none.

I was confused.

I was everybody else but not myself.

 

What is right and what is wrong?

Which is the right book to read?

Who is right and who is wrong?

Lenin, Stalin, Trotzki, Mao Tse Tung?

Capitalism, Socialism, Feminism, Pacifism, Nihilism, Constructivism?

 

I am so tired of having to be right or wrong.

I am so tired of being not enough.

I am what I am.

That should be enough.

 

I never was able

To drink a man under the table.

 

The reason is:

I don’t like alcohol!

 

 

 

Regina Boger

Für Suresh zum Geburtstag

Für Suresh zum Geburtstag am 11.12.2013

Akrostichon
S UPER
U NTERNEHMUNGSLUSTIGER
R EISENDER
E RZÄHLT
S EINE MIT
H UMOR GEWÜRZTEN GESCHICHTEN

S EINE
U RTEILSKRAFT
R EIZT
E RREGTE
S ÄBELSCHWINGER
H ERZLICH WENIG

S AFRAN
U NTER
R EIS GEMISCHT
E RGIBT ein
S EHR
H ERRLICHES GERICHT

Ich nehme die Wörter aus dem ersten Akrostichon und schreib eine Erzählung, in der diese Wörter vorkommen.
1. Erzählung aus: Super, unternehmungslustiger, Reisender, erzählt, Humor
An der letzten Tankstelle vor der Autobahn machte ich Halt, um zu tanken. Hier war das Superbenzin deutlich preiswerter als an den Innenstadttankstellen. Das wunderte mich schon immer, konnte das Rätsel aber nicht lösen. Als ich den Tankrüssel wieder in die Halterung steckte, winkte mir ein junger Reisender und kam auf mich zu. Ich winkte zurück- Als er näher kam, merkte er, dass ich mindestens so alt wie seine Mutter sein musste. Von Weitem hatte er mein Alter wohl erheblich falsch eingeschätzt. Um die Situation zu retten, erzählte er mir, dass er zum ersten Mal in Ludwigsburg sei. Er sei unternehmungslustig und würde gern ausgehen. Ob ich nicht eine Nichte hätte, die noch keine Pläne habe und mit ihm ausgehen würde. Ich war von seiner Geistesgegenwart beeindruckt und spielte mit. Ja, die hätte ich, aber sie wohne am Bodensee, zu weit weg, um den Abend mit ihm zu verbringen. Sie sei eine junge, bildhübsche Frau und habe außerdem Humor. Sie hätten bestimmt eine schöne Zeit miteinander verbringen können. Er bedankte sich ausgenommen höflich und eilte zu seinem Auto zurück, wo ihn sein Freund erwartete. Als ich an ihnen vorbei fuhr, sah ich sie lachen. Ich lachte auch, winkte ihnen zu und fuhr zu meiner altersgemäßen Verabredung.
2. DU-Perspektive: Super, unternehmungslustiger, Reisender, erzählt, Humor
Bahnfahren kann langweilig und öde sein. Das kennst du ja. Der Zug hält an jedem Baum, Leute steigen ein und aus. Sie sitzen dir gegenüber und starren auf ihr Smartphone oder hören laut Musik mit ihren MP3-Playern. In meinen Ohren hört sich das scheußlich an, bumm, bumm, bumm darüber fiepsige Töne. Um mich davon nicht stören zu lassen, mache ich Beckenboden- oder Atemübungen, von denen die Mitreisenden nichts merken. Dann hörst du wieder unfreiwillig Gespräche mit, die dein Gegenüber lautstark per Handy mit einem Gesprächspartner führt. „Ich sitze jetzt im Zug und bin in 10 Minuten am Bahnhof. Soll ich unterwegs etwas einkaufen? Ich hole noch eine DVD. Okay. Das wird bestimmt ein super Abend. Tschüssi!“ Manchmal habe ich das Glück, Reisende kennen zu lernen, mit denen sich ein anregendes Gespräch ergibt. So ein Gespräch hat meist etwas Unverbindliches. Man fährt eine Weile zusammen in dieselbe Richtung und trennt sich wieder. Du weißt nicht, wie der Andere heißt, was er tut, wo er arbeitet. Es ist eine Mischung aus Nähe und Unverbindlichkeit. Wenn man aussteigt, sieht man sich nie wieder. Neulich kam ich mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der mir die Geschichte seiner großen Liebe erzählte. Er war Schüler am Gymnasium und sie Lehrerin an der Volksschule, so hieß damals die Hauptschule. Eine schöne Frau mit Geist und Humor. Sie hatten eine lange Liebesgeschichte miteinander. Sie interessierten sich für dieselben Themen und diskutierten philosophische und naturwissenschaftliche Fragen, was man von einem Liebespaar nicht unbedingt erwartet. Mich wunderte, dass sein Onkel, bei dem er wohnte, von dieser Liaison nichts merkte. Vielleicht ahnte er etwas, wollte es aber nicht wissen, der Junge muss ja schließlich seine Erfahrungen machen. Nach dem Abitur zog ihn seine Unternehmungslust in eine andere Stadt. Dort heiratete er eine andere Frau, hatte mit ihr drei Kinder und ließ sich wieder scheiden, als sie sich nichts mehr zu sagen hatten. So stellte er es wenigstens dar. Die Motive seiner Heirat ließ er im Dunkeln. Danach heiratete er noch einmal, dieses Mal eine Frau, die seine Interessen teilte. Sie starb vor einem Jahr. „Haben Sie mit ihrer ersten Liebe wieder Kontakt aufgenommen?“, fragte ich ihn. Du weißt ja, wie neugierig ich bin. „Nein“, lächelte er, „aber glauben Sie mir, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke.“- Was hält Sie ab, sich bei ihr zu melden?“, wollte ich wissen, ganz in meiner Rolle als Häuptling bohrender Finger. „Ich glaube, sie ist verheiratet.“ Das verstand ich nun gar nicht. Man wird ja nach 60 Jahren Trennung miteinander telefonieren dürfen.
Ich jedenfalls freute mich, als ich vor ein paar Wochen eine E-Mail von meiner Jugendliebe bekam. Erinnerungen tauchten auf an unsere erste Demonstration. Unseren Eltern hatten wir gesagt, wir würden eine 1.-Mai-Wanderung machen. Sie freuten sich über unsere Naturverbundenheit und Wanderfreude und badeten in Wohlgefallen, dass ihre Saat aufgegangen war. In Wirklichkeit fuhren wir nach Stuttgart zu einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Notstandsgesetze. Dass der Polizeipräsident gegen ein paar Hundert Fahnen schwingende junge Leute berittene Polizisten einsetzte und Polizeiautos in die Menge fahren ließ, sodass wir um unser Leben rennen mussten, säte Zweifel ob der Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit ihres Handelns. Bis dahin hatte ich Polizisten fast nur als Kontrolleure meiner Fahrradbeleuchtung erlebt, die meist nicht funktionierte. Das war lästig, aber nicht gefährlich. Zum ersten Mal fühlte ich mich von der Polizei bedroht, die uns doch eigentlich schützen sollte. Die gemeinsam erlebte Gefahr brachte uns einander näher. So nah, dass wir immer wieder versuchten, einen ungestörten Platz in der Natur zu finden. Kaum hatten wir unsere Decke auf einer schönen Lichtung mit weichem Waldboden ausgebreitet, kam eine Oma mit ihren Enkeln und wollte partout nicht weitergehen, bis wir die Lichtung räumten. Ein andermal kam ein Mädchen mit Hund aus unserem Dorf vorbei und wieder ein anderes Mal Kinder mit Fahrrädern, die sich in unserer Nähe ausgesprochen wohlzufühlen schienen. Unsere Trennung verlief dramatisch. Ich wollte in die Welt hinaus und Abenteuer erleben, er wollte es lieber gemütlich. Kurz nach meinem Abgang fand er ein nettes Mädchen, mit dem er später eine Familie gründete und sich das Leben gemütlich einrichtete. Ich zog in die Welt hinaus, lernte die Facetten des Lebens auf eigene Faust kennen, was ziemlich anstrengend, also ungemütlich war. Das Schöne ist, dass wir irgendwie Freunde geblieben sind. Das liegt vielleicht daran, dass wir uns nur alle 20 Jahre treffen.
Zurück zu meinem Reisebegleiter: Gab es in seiner Liebesgeschichte vielleicht einen dunklen Fleck, den er verbergen wollte? Ich meine, er hätte mir sein Geheimnis ruhig offenbaren können. Wir würden uns in ein paar Minuten trennen und uns nie wiedersehen. Er brauchte keine Indiskretion zu befürchten. Ich kann nämlich sehr diskret sein, wenn es sein muss. Am Bahnhof nahm ich ihm aber noch das Versprechen ab, gleich morgen die Suche nach seiner großen alten Liebe aufzunehmen. Es wäre doch zu schön, wenn ich dazu beigetragen hätte, ein altes Liebespaar wieder zu vereinen. Du weißt ja, wie gern ich so etwas mache.