Ein interkultureller Dialog- und Literaturblog

Seit Anbeginn sitzen Menschen beieinander und erzählen sich Geschichten. In den alten Zeiten ums Feuer, später um den Ofen. Seit es Fernseher gibt, sitzen viele Menschen nicht mehr beieinander, sondern allein vor dem Fernseher und hören und sehen Geschichten, die sich andere ausgedacht haben. Dadurch verlieren wir etwas, was Menschen brauchen, um sich selbst und die Welt zu verstehen: Von den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen erzählen und von anderen gehört werden. Genauso wichtig ist es, die Erlebnisse und Erfahrungen anderer zu hören und darüber zu reden, weil wir dadurch erfahren, dass andere Menschen anders denken, handeln und fühlen als wir selbst. Wir begrenzen den Austausch von Erfahrungen auf den interkulturellen Bereich. Auf Erfahrungen, in verschiedenen Kulturen zu leben, auf die Begegnung und den Austausch mit anderen Kulturen.

Die Teezeremonie

Hinter Tezere verbirgt sich das Wort Teezeremonie. In Südindien spricht man von tie chappadhu, wörtlich übersetzt „Tee-Essen“. Wenn es in Südindien einen Konflikt in der Familie gibt, lädt man alle Beteiligten und natürlich die ganze Familie zum Tee-Essen ein. Der Tee wird vor allen gekocht, die dabei sind.  Es geht nicht um essen und trinken, sondern um die Zeremonie. Die Zeremonie ist das Mittel zum Zweck. Es geht darum, miteinander zu reden, wenn ein Problem zwischen zwei Menschen steht. Das sind häufig Missverständnisse oder Streit. Und dieser Konflikt soll durch Reden friedlich gelöst werden. Manchmal ist es auch eine Schiedsstelle. Die Zeremonie hilft dabei, den Konflikt flüssig zu machen, die verhärteten Positionen zu erweichen. Was hilft dabei besser als Essen und Trinken und die Anwesenheit der Familie? Das ist in Südindien nicht anders als in Schwaben oder Kroatien oder Russland oder Spanien oder …

Diese Idee hat uns begeistert und deshalb haben wir sie übernommen. Wir halten uns an die Form des indischen Tee-Essens: Suresh, unser Experte aus Südindien, bereitet öffentlich den Masala Chai zu. Danach stellen die Teilnehmer/innen je ein Teelicht auf eine Platte in der Tischmitte. Inzwischen ist der Tee fertig und alle haben etwas zu essen. Und nun werden Geschichten erzählt oder vorgelesen. Geschichten von der alten und der neuen Heimat, von den Schwierigkeiten in der Fremde und mit dem Fremden. Von den Begegnungen mit Fremden, hier oder anderswo. Und von Fremden, die zu Freunden geworden sind. Wir teilen mit unseren Geschichten unsere Erfahrungen und Erlebnisse, schöne und schreckliche.

Wir beginnen mit unseren Geschichten und laden dann die Gäste ein, ebenfalls zu erzählen. Unsere Geschichten sollen die Gäste inspirieren und ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen.

Der Blog

Diese Geschichten sollen nicht verloren gehen. Dieser Wunsch führte zu unserem interkulturellen Literaturblog „tezere“, auf dem schon einige unserer Geschichten zu lesen sind. Weil es viele Menschen gibt, die ihre Geschichten erzählen wollen und wir diese Geschichten vor dem Vergessen bewahren möchten, schreiben wir auch die Geschichten anderer auf. Und auf tezere können sie alle lesen – wenn sie wollen, auch kommentieren.

Wie kommen Ihre Geschichten auf den Blog?

  • Entweder schicken Sie Ihre Geschichte als Email an blog@tezere.de oder
  • Sie registrieren sich und stellen Ihre Geschichte selbst ein.

Tezere-Angebote:

Du erzählst, ich schreibe ….

Viele MigrantInnen tragen bewegende Geschichten mit sich herum:

Emigration, Leben in einer fremden Welt, eine unverständliche Sprache, Missverständnisse, Erstaunliches, Verstörendes, Heiteres … Wir finden, dass diese Geschichten in das interkulturelle Gedächtnis gehören. Wenn Du Deine Geschichte erzählen, aber nicht selbst aufschreiben willst,

dann schicke eine eMail an blog@tezere.de

und wir werden gemeinsam mit dir Deine interkulturelle Geschichte aufschreiben und deinen Beitrag unter deinen Namen veröffentlichen. Oder wenn gewünscht, auch unter einem Pseudonym.

Tezere zu Hause oder bei Freunden

Wenn du eine Teezeremonie mit Geschichten von uns und von euch bei dir zu Hause oder in deinem Verein oder … veranstalten willst, kommen wir gern.

Das tezere Team

Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe von acht AutorInnen. Die Wurzeln liegen in Indien, Kroatien, Russland, Spanien, der Türkei und Deutschland und die neue Heimat ist in und um Stuttgart.

4 Gedanken zu „Ein interkultureller Dialog- und Literaturblog

  1. anne Frischkorn-Vorwald

    Warum ich Magnolien besondere Aufmerksamkeit schenke.

    Vor 13 Jahren pflanzte meine Mutter eines Tages
    ein junges Magnolienbäumchen in meinen Garten.
    Es sollte mich immer an sie erinnern, sagte sie…
    …wie eine Vorahnung.
    Drei Jahre waren ins Land gegangen, meine Mutter wurde
    sehr krank in der Zeit und dann verstarb… in dem Monat
    wo Magnolien beginnen zu blühen, an einem Tag im April!!!

    An den ersten zarten Zweigen kamen drei Blüten hervor,
    mehr konnten sie damals noch gar tragen. Inzwischen ist
    ein hoher schlanker Baum daraus geworden. Jahr für Jahr
    blüht er prächtiger, mit unzähligen Exemplaren von
    wunderschönen weißlich-rosa Blüten, an denen ich
    mich auf eine besondere Art und Weise erfreue…
    ein Erfühlen über die Wandlungen des Lebens…
    denn so bleibt in mir die Erinnerung wach…vom
    Werden und Vergehen!
    Jedes Jahr, wenn der Magnolienbaum sich im leisen
    Frühlingswind bewegt und sich die ersten Blüten öffnen,
    ist es jedes Mal wie ein Wink meiner Mutter.
    In diesem Jahr, im 13ten Todestag, hatte der Magnolienbaum
    eine Überraschung für mich…an dem Baum meiner Mutter
    zeigte sich die erste geöffnete Blüte, genau am Geburtstag
    meines Vaters. Für mich war es eindeutig, ein blühender Gruß
    meiner verstorbenen Eltern.
    Nicht nur das ich die Schönheit der Magnolien bewundere…
    Magnolien haben für mein Seelenleben einen ganz
    besonderen Wert.

    AFV
    April
    2015
    AnnelyFrischkornVorwald

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